Montag, 12. Oktober 2026

2025 - Ausstellung NICHTS (1) Auflehnung - Hiskia - Zeugen aller Martyrien

 Das Thema der Ausstellung NICHTS sprach mich sehr spontan an - und ich begann sehr intensiv zu arbeiten.

 Mitte September 2025. Eine Zusage - vor mehreren Wochen - wurde spontan abgesagt, aus Willkür, Autoritötsgehabe, Neid, natürlich ohne jegliche Begründung. Sollte ich aufgeben nach so vielen Ideen und Arbeit voller Enthusieasmus und Freude? 

Ich fühlte mich in diesem Augenblick so klein, wie ein abgebrannter Dochthalter. Nichts! 

Schwarz um mich herum. Herabgewürdigt, zusammengefaltet, zerknittert, wieder einmal aufgerissen meine Herz. Cancel-Culture. 

Aber diesmal wollte ich nicht klein beigeben. Ich begann mich aufzulehnen, zu kämpfen für ... ein neues SEIN!

                                               "Schwarzes Nichts": 50x75, Papier, Dochthalter

 

Damit noch nicht genug. Es ging weiter ...  und aus penetranter Intuition entstanden 3 weitere Arbeiten:

1 ) Vergangenheit – frühere Konfrontationen        80x50

Packpapier – Umhüllung eines absenten (nicht mehr vorhandenen )Seins … abgerissen, zufällige Form, zerknittert … darauf vertikal (Trennung von Alternativen) gleiches Papier, zwei Rollen gegeneinander –

Auseinandersetzungen … innerhalb in der linken Rolle ein Satz: „Die Wahrheit liegt meist im Verborgenen". 


2 ) Gegenwart – Fragilität           48x37

Rotes glänzendes Papier, dünner, gerissen, völlig zerknittert – blutige Kriege, insgesamt fragile Situation in der Welt … unten halboffene vertikale Rolle – die Wahrheit der matten Rückseite erscheint – festgefahrene Situation.

 

 3 ) Zukunft – Transformation       80x40

Grau – die Farbe des Zweifels … Papier noch zarter – relativ glatt … fast rechteckig – Versuch „Ordnung“ zu schaffen … vertikale Rolle teilt die Fläche in zwei Hälften, rechts doppelt groß, doppellagig – noch Möglichkeit des Versteckens … unten aufgerissen – Schmirgelpapier, raue Wirklichkeit … links der empfindlichste aller Teile – Versuch einer Steuerung der linken Gehirnhälfte (Denken dominiert) zu neuem Sein?

 

 

Ein Werk von früher - unsere Beste sah darin das NICHTS - bisher noch nie ausgestellt.

 

 „Hiskia“: Collage – Acryl, Sand, Steine auf Karton / Holz, 82 x 39, 2003

Das Bild „Hiskia“ auf Karton, aufgezogen auf Holz, in schmalem Hochformat, weist eine Schichtung in zurückhaltendem Farbspektrum auf. Die Acrylfarben sehr reduziert – Beige- und Rosé-Töne - strukturiert mit Sand und kleinen Steinchen. Die Schichtung der gerissenen Collage-Teile erzeugt Tiefe, verstärkt in deren Mitte durch das weiße NICHTS – meine israelische Wüste.         

Bei dem Namen „Hiskia“ handelt es sich um einen Satznamen mit der Bedeutung „Meine Stärke ist Jhwh“ oder „Jhwh hat mich stark gemacht“. Hiskia, König von Juda. Er gehört nach dem biblischen Zeugnis zu der Dynastie, die sich auf David zurückführte und das Südreich Juda regierte.

Hiskias Entscheidungen hatten großen Einfluss auf die weitere Geschichte Judas und Jerusalems. Die religiöse Bedeutung Hiskias zeigt sich an der deuteronomistischen Beurteilung (2Kön 18,5), die ihn als vorbildlichen König charakterisiert. 

 Und ein weiteres noch unbekanntes Werk von 2023


 "Zeugen aller Martyrien": Materialbild - Acryl und chin. Kalligrafie auf LW-Rückseite, Schnüre, Karton, Schrift, 80 x 62

Gegen Ende des Jahres 2023 fertigte ich dieses Werk mit dem Titel „Zeugen aller Martyrien“. Die politische Lage hatte sich durch einen weiteren Krieg verschärft – die Menschen litten unter unmenschlichen Verhältnissen. Ich litt mit ihnen und musste dieses Gefühl irgendwie los werden. Ich hätte am liebsten alles Negative verschwinden lassen bis hin zum NICHTS.

An den Gekreuzigten denkend, hängte ich meine Not auf einen nackten weißen Karton. Eine alte Leinwand, nicht passend sondern unten überhängend, auf deren Rückseite ich vor vielen Jahren zwischen blaue Acrylfarbe das chinesische Schriftzeichen für Wasser aufgeschrieben hatte. Dann war die Leinwand einige Jahre im Freien den Einflüssen jeglicher Witterung ausgesetzt – Sonne, Hitze, Regen, Schnee, Frost. Sie bekam Falten und Risse, die Farbe kam nach hinten durch. Irgendwie war sogar Papier darauf gelangt. In diesem erbärmlichen Zustand holte ich sie wieder ins Atelier herein. Genau dieses Stück Leinwand passte nun zu meinen Gefühlen. Durch die inzwischen verrosteten Ösen zog ich schwarze Gummibänder – zu kurz stellte sich heraus, ich verlängert sie notdürftig mit Schuhbändern. Zog sie oben über die Ecken des Kartons, durchlöcherte ihn unten und befestigte alles – so gut es eben ging; mit Knoten - eine unlösbare Situation. Meine Arbeit erinnerte mich an Handlungen im Krieg, wenn ausreichendes Material fehlt. Wenn die Menschen vor dem NICHTS stehen.

Unten an den rechten Rand schrieb ich mit krakeliger Schriftdas Gedicht eines kleinen Mädchens:

„Ich bin 6 Jahre / sitze am Fenster / alleine/ draußen regnet es / ich schaue hinaus /

draußen regnet es / ich schaue / es regnet.“                         Das kleine Mädchen war ich.

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