Montag, 12. Oktober 2026

Einladung mit Rätsel

Zu meinem 80. Geburtstag mache ich eine große Ausstellung in der BV über zwei Stockwerke hinweg - ich plane schon ...   

Ihr seid alle recht herzlich eingeladen. Wann der Geburtstag ist? Schau mal nach unten -  in einem der letzten Posts findest du ein Datum - den Geburtstag eines berühmten Mannes (dick gedruckt), es ist das gleiche Datum wie meiner, nur 28 Jahre früher ...

Umweltschnecken

 Nach diesen anstrengenden Themen folgte etwas Fröhliches, aber dennoch mit gedanklichem Tiefgang.

Ich bekam die Anregung auf einer Umwelt-Ausstellung. Ich begann Umweltschnecken zu kunsten. Zuerst ganz einfache, dann entwickelte ich eine große Freude und es verging kaum ein Tag, an dem ich nicht irgendwelche neuen Fundstücke fand und verarbeitete. Schließlich hielt ich noch einen Workshop für Kinder ab, sie bekamen 50 Stücke als Anschauungsmaterial - aber keine Angst, ich stelle hier nur ein paar ein, die ich besonders mag oder die besonders schwierig anzufertigen waren ...

Alle haben einen Körper aus Klo-Papprollen, Fühler und ein Schwänzchen 

Die ersten - Klopapprolle, Alustreifen, Zeitung, Konfetti, Briefmarken, Brotbeutel. 

Und natürlich bekamen sie auch Namen.

  Der Briefmark (nach einem Gedicht von J. Ringelnatz.)

die Drahtschnecke 

                 

Barcode-Schneck, QR-Code-Schnecke,

Schreibschnecke

                   Handwerker-Schneck

                                                 Rupfenschneck

Buchschnecke   


CD-Schnecke

      

Glücksschnecke                          Schnirkelschnecke
 

 

 

 

 

 

 

bunte Schnecken im Garten 

 

Ich hätte sie gerne anders angeordnet - aber du weißt ja, ich bin eine PC-Tieffliegerin.  

Anm: Pablo Picasso arbeitete u.a. mit objet trouvé - Stierkopf

           Antoni Tàpies´ Devise: Nichts ist gering ...                            hohe Kunst !!! 

Am Jisrael chai

  Thema der Fotoausstellung "Schatten löschen die Sonne nicht aus". Was liegt näher als beim jüdischen Schriftsteller Franz Kafka ein jüdisches Thema aufzugreifen? Daher machte ich ein Werk, das mir zu    Beginn etwas Kopfzerbrechen, dann aber sehr viel Freude bereitete.  Und eine Botschaft enthielt:             Kein Antisemitismus!

Meine jüdischen Freunde stellten sich als Fotomodelle incl. wunderschöner Kippot zur Verfügung - bei der Gelegenheit durfte ich erleben, wie sie am Freitagabend ihren Shabbat beginnen. Und auch den Titel in hebräischer Schrift bekam ich von ihnen. 

                         עם ישראל חי

Ich machte die Fotos bewusst von hinten, um die Schönheit jeder einzelnen Kippa zu zeigen, aber vor allem, um Probleme für sie zu vermeiden. Sie hängen am Objekt außen herum an von Hand gedrehten Schnüren. Aus dem Garn häkelte ich später für sie Kippot als Dank für ihre Hilfsbereitschaft.                   In der Mitte hängt ein jüdischen Paar. Als ob jüdisch sein nicht schon ausreiche, um Schatten fürchten zu müssen. Auch im 21. Jahrhundert hat der ehemalige §129b bzw. 175 noch immer eine entsetzlich große Anzahl von Anhängern. Ich platzierte daher das Paar ganz bewusst in der Mitte, wo sie etwas „geschützter“ hängen in ihrer Schatten-Doppelrolle, damit sie ihr Leben unter der Sonne genießen können, so wie es anderen Menschen auch zugestanden wird. Auf den Rückseiten sind Fotos zum Talmud. Die Fotos sind umrahmt mit Alustreifen.

  

Am Jisrael chai: Objekt zum Aufhängen, Davidstern aus Holz, Acryl, Schnüre, 26 Fotos,           Alurahmen, Gesamtgröße 90x90x90, 2026

 

Vanitas - memento mori


Im Februar 2025 hatte ich bei einem Besuch im Salzburger Dom, wo mir ein Vanitas-Symbol - Schädel mit Knochen - besonders aufgefallen war, sogleich das Bedürfnis es fotografisch festzuhalten und weitere Fotos zu diesem Thema in der Bildhauerei von Kirchen zu sammeln. In der Franziskaner-Kirche, in St. Peter plus Friedhof und dem Dom wurde ich sofort fündig - herrliche Marmorskulpturen und Reliefs in allen Größen und vielen Farben, an denen die meisten Besucher zugunsten der erhabenen Schönheit gotischer Baukunst und des goldenen Glanzes vorübergehen. Wer will sich denn schon gerne mit dem Tod auseinandersetzen, in Zeiten von Lifestyle und ewiger Jugend, mit unzähligen Versuchen, das Leben irgendwie zu verlängern – insbesondere gewisse alte reiche Mächtige. Der Tod ist etwas für Arme, Unterdrückte, Opfer von Kriegen …

Als später eine Ausschreibung in der BV erfolgte, wusste ich, was mit den Fotos geschehen sollte. 

Das Objekt hier zu zeigen, ist gar nicht so einfach, denn die Verhältisse in meinem Atelier werden immer prekärer - sprich, es ist zu klein. Insbesondere was das Fotografieren der fertigen Werke betrifft. Hier musst du dir die Umgebung weg-denken ... 

      

Vanitas - memento mori: Objekt zum Aufhängen, Fotos an Mullbinde, Erde, 250 bzw. 200 x 20, 2026

Falls ich in der Ausstellung ein besseres Foto bekomme, zeige ich es dir.

 

Mu

Hier kannst du gut erkennen, dass das Medium PC nicht gerade mein beliebtestes ist. Ich habe erhebliche Probleme diesen blog zu führen, mache es aber für einige meiner interessierten Freunde und meine drei Enkel. Vielleicht wollen sie eines Tages etwas über ihre Großmutter erfahren.

Das Nichts ist ein wesentlicher Bestandteil des Zen. Das japanische Kanji „Mu“ bedeutet „Das Nichts“.

Ich befasse mich seit 1965 mit jap. Kunst, Kultur, Religion. Dass dies auch wesentlicher Bestandteil bedeutender Künstler war, erfuhr ich erst erheblich später. Ausgehend von Ikebana erlernte ich ab 2004 die asiatische Kalligrafie, zuerst die chinesische an der Kunstakademie Bad Reichenhall bei Sue Yeon Shim sowie beim inzwischen sehr bedeutenden Künstler Wan Zi Qi. Da aber mein Herz eigentlich für Japan schlägt, erarbeitete ich mir autodidaktisch auch die japanische Kalligrafie.

 

 

Hier siehst du nur 3 Bilder der eigentlich vierteiligen Serie. Ich hatte zuerst Schwierigkeiten einpassende 10x10 cm-Leinwand zu bekommen, und als dann endlich alles fertig war vergaß ich, die Serie im Ganzen zu digifieren. Ich hoffe, du verzeihst mir das. Ich möchte aber noch darauf hin weisen, dass am Ende der Serie ein Punkt (Dochthalter) steht, den sieht man hier auf dem Foto kaum. Leider. 

                                            Mu:  4 (5) - teilige Serie, Acryl auf Leinwand, 40x40,30x30,20x20,10x10,                                                             Dochthalter, Rahmen aus Alustreifen

 




 

Omisoka no shi

 

„Der Tod ist nicht das Ende des Menschen, sondern eine Art zu sein.“ (Martin Heidegger)

Der Auslöser für dieses Werk waren Ereignisse der Neujahrsnacht 2025-26. Es entstand am 5. Januar und bezieht sich auf den Tod in dieser Nacht, nicht nur in Crans Montana.

Bokuseki ("Tuschespur") ähnelt im ersten Moment der jap. Kalligrafie. Es ist aber keine Schönschrift, sondern etwas, das vom Urgrund kommt; ein lebendiges Dokument eines intensiv erlebten Augenblicks. Wenn man ein Zeichen macht, muss man selbst diese Wesensnatur sein. Es ist ein kurzer unwiederholbarer Augenblick in einem einzigen auf Meditation und langer Übung gegründeter Akt: innere Spannung, Dynamik, Energie der Tuschespur – dies alles wird zu einem Ausdruck des Geistes, die Veranschaulichung einer körperlich-künstlerischen Haltung.

 

  

Omisoka no shi: Mixed Media, Bokuseki auf Papier / Pappe, zweiseitig, Dochthalter, 32x23

 


Ausstellung NICHTS (4) - o.T.

 Hier nun endlich das Werk, das der Kurator für die Ausstellung auswählte, weil es - wie er sagte - das persönlichste aller eingereichten Werke war.

 
  o.T.: (ohne Treue ?), Assemblage, 2025 / 26
 

Immer wieder mal, gerade aber hier,schwankte ich zwischen Werkerklärung und Schweigen  das „Bild“ soll selbst sprechen dürfen und der Betrachter soll die Gelegenheit haben, sich in Stille damit auseinandersetzen zu können, zu ihm zu finden … nicht allen gelingt das, denn der Zugang zu Kunst ist letztendlich auch Geschmackssache, eine Sache der Erfahrung, des Wissens und Wollens , von vielen Faktoren abhängig ...

„Das Bild ist dem Unterbewusstsein näher als das Wort.“ (Mario Benedetti, geb. 14.9.1920)