Der Ausgangspunkt war eine Vision, ein Bild, das mir jahrelang erschien, ich könnte nicht sagen, ob im Schlaf oder Halbschlaf. Auch noch jenseits der 70 … Ich betrachtete es meist emotionslos, nur manchmal fürchtete ich verrückt zu werden, mich zu verlieren. Dabei musste ich nur an meine Kindertage zurückdenken, Anfang der 1950er-Jahre.
Ich sah einen Platz nahe der berühmten Maximilianskirche, wo ich wohnte, im zerbombten München. Ein trauriger Platz für ein Kind, aber auch ein Ort, an dem Ideen wuchsen um das Vakuum zu füllen, das der Krieg hinterlassen hatte. Ich nutzte die Möglichkeit, nahm diesen Raum in Besitz. Ich baute mit Überresten von Ziegelsteinen neue Häuser, verschiedene Räume, einen Platz an dem man wieder leben konnte. So wie das später auch geschah. Aber ich erfuhr eigentlich nie, warum mir ausgerechnet dieses Bild immer wieder erschienen war. Es mag der Grund sein, warum ich schon lange vorwiegend mit armen, „nutzlosen“ Materialien künstlerisch arbeite. Mit 76 entschloss ich mich dann endlich, das Bild festzuhalten, zu realisieren, das Material von damals verwendend, das ich als Kind schon liebte: Papier und Bleistift, Sand und Steinchen, Ziegel - und Ruß. Danach kam die Vision nicht wieder …
"Seelenschatten der Erinnerung": 2025, 100x80, Mixed Media, Sand auf Papier, Leinwand
Das alte Papier gefiel mir so gut, dass ich bald danach ein weiteres Bild damit machte.
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