Montag, 12. Oktober 2026

Am Jisrael chai

  Thema der Fotoausstellung "Schatten löschen die Sonne nicht aus". Was liegt näher als beim jüdischen Schriftsteller Franz Kafka ein jüdisches Thema aufzugreifen? Daher machte ich ein Werk, das mir zu    Beginn etwas Kopfzerbrechen, dann aber sehr viel Freude bereitete.  Und eine Botschaft enthielt:             Kein Antisemitismus!

Meine jüdischen Freunde stellten sich als Fotomodelle incl. wunderschöner Kippot zur Verfügung - bei der Gelegenheit durfte ich erleben, wie sie am Freitagabend ihren Shabbat beginnen. Und auch den Titel in hebräischer Schrift bekam ich von ihnen. 

                         עם ישראל חי

Ich machte die Fotos bewusst von hinten, um die Schönheit jeder einzelnen Kippa zu zeigen, aber vor allem, um Probleme für sie zu vermeiden. Sie hängen am Objekt außen herum an von Hand gedrehten Schnüren. Aus dem Garn häkelte ich später für sie Kippot als Dank für ihre Hilfsbereitschaft.                   In der Mitte hängt ein jüdischen Paar. Als ob jüdisch sein nicht schon ausreiche, um Schatten fürchten zu müssen. Auch im 21. Jahrhundert hat der ehemalige §129b bzw. 175 noch immer eine entsetzlich große Anzahl von Anhängern. Ich platzierte daher das Paar ganz bewusst in der Mitte, wo sie etwas „geschützter“ hängen in ihrer Schatten-Doppelrolle, damit sie ihr Leben unter der Sonne genießen können, so wie es anderen Menschen auch zugestanden wird. Auf den Rückseiten sind Fotos zum Talmud. Die Fotos sind umrahmt mit Alustreifen.

  

Am Jisrael chai: Objekt zum Aufhängen, Davidstern aus Holz, Acryl, Schnüre, 26 Fotos,           Alurahmen, Gesamtgröße 90x90x90, 2026

 

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