Posts mit dem Label Kuratorin werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kuratorin werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 26. Mai 2024

Ausstellung "Sinnieren über Zeit und Alter" im Wohnstift Mozart in Ainring

 Die Ausstellung "Sinnieren über Zeit und Alter", bei der ein lieber Kunstfreund, Dieter Schaffer, zusammen mit mir ausstellte, war ein schöner Erfolg. Die Bewohner des Wohnstifts brauchten zwar ein wenig, um vor allem mit meinen abstrakten und gegenstandslosen Werke in Kontakt zu kommen, aber nach einem Künstlergespräch, in dem viele interessante Aussagen, teils sogar total widersprüchliche zu hören waren, waren sich die interessierten Bewohnerinnen und Bewohner, sowie die Gäste von "draußen", einig - das sollte wiederholt werden. In einer kurzen Umfrage stellte sich das Thema "Kunst trifft Literatur" als besonders gefragt heraus. Dazu hatte ich ohnehin erst kürzlich drei neue Werke passend zu einem bereits vorhandenen gemacht, über die ich zum gegebenen Zeitpunkt berichten werde.  

Hier nun einige Fotos von der Ausstellung

Meine linke Hälfte der Ausstellung. Die Ausstellungswände stellten mich vor eine Herausforderung ...

                                               Die Serie "Hoya" hier in der Gesamtansicht warf viele Fragen auf ...

"Die kleine Rothaarige" wurde eine "oide Schachtl" - links unten ein Foto von mir aus Kindertagen im zerbombten München - damals entwickelte sich schon meine Vorliebe zur Natur und zur Kunst - insbesondere zu den Schachteln.

 

"Vergänglichkeit" zeigt die Schönheit morbider Natur - eine tote Opuntie aus Griechenland, dem Land aus dem ich etliche Inspirationen für "meine" Kunst mit nach Hause brachte.

"Das Geheimnis der Erlösung ist Erinnerung" - steht in chinesischer Kalligrafie auf der hommage an meinen Bildhauer-Vater zu seinem 100. Geburtstag. Er hatte mir die Kunst und meinen Namen in die Wiege gelegt. Danke Papa!


 Hier konnte man sich mit dem Thema Tod auseinandersetzen. Auf der Staffelei: " Haltbarkeitsdatum abgelaufen" - das Bild ist meinem geliebten Cousin Heini gewidmet, der leider viel zu früh von uns gehen musste - mit 19 Jahren.

Darunter meine Urne, in der ich einst in der Natur liegen möchte. Sie zeigt einiges, was mir menschlich und künstlerisch wichtig ist. In diesen Schuhen lief ich bisher zu allen Veranstaltungen die mit den Stolpersteinen in Verbindung stehen. Ein für mich sehr wichtiges Thema. 


 Linke Seite: "Die Kinder es Teufels" nach dem gleichnamigen Theaterstück konfrontiert mit einen Stück Geschichte Salzburgs. 

Rechte: "Verlorene Zeit" und die Zeit heilt nur "Fast alle" Wunden.

"Come in", erlaubt den Besuchern, in mein Leben einzutreten und das Auf un Ab zu erkunden. Die Fragen der Gäste dazu waren sehr interessant. Ich konnte fast alle beantworten.

Hier schließlich ein Angebot für die Gäste, die gegenständliche Bilder bevorzugen - eine Kombination aus meinen Radierungen von 1978/ 1981 und den "Schachteln" ab 1996. 
Meine Vorliebe für Pappe und Karton, für Schachteln (keine neuen!) kommt aus meiner Kindheit - das Angebot an Spielzeug war damals sehr überschaubar, aber leere Schachteln gab es immer im Lebensmittelgeschäft meines geliebten Opas.
 
Eine kleine Vorschau: Im Juli / August bin ich wieder mit dabei bei der kommenden Ausstellung in der Art bv Berchtoldvilla - bis dann ...
herzliche Grüße an alle meine Besucher dieser Seite.

Montag, 3. Juli 2023

Hommage à Antoni Tapiès

Freigestrampelt von allen Anstrengungen des Kuratoriums hier meine fotos der Ausstellung insbesondere für alle Freunde der art informel.

Die 17 Werke entstanden - mit Ausnahme des ersten Werkes -  2022 und 2023 nach Zitaten von Antoni Tapiès und wurden nach sinntragenden Wörtern aus diesen Zitaten benannt. 

                                           Gesamtansicht "meiner Ecke"  

                           (ohne Werk 3, das links neben der Türe bei meiner Künstlerinfo stand)

                           

Werk 1

Am Ursprung der künstlerischen Berufung steht immer der 

                                 Schmerz einer starken, vitalen Erfahrung.


                                                                          Werk 2

“Se hace camino al andar”. Der Weg entsteht im Gehen.



Werk 3

                                                       … Künstler als Randfigur … 

 

 
 
Werk 4

Instinktiv habe ich immer jegliche Art von Dirigismus in der Kunst abgelehnt. 

 

 

Werk 5

“Farbe an sich” gibt es nicht. Was ich brauche, ist eine innere Farbe. 

  

Werk 6

Stille kann manchmal beredter sein als das Wort.

Haiku des berühmtesten jap. Haiku-Dichters Matsuo Basho:

Blühendes Gras auf dem alten Schlachtfeld

                                                                                   den Träumen entsprossen

der toten Krieger

Werk 7

Auf Seiten des Künstlers bedarf es der Authentizität und des profunden Denkens.

Haiku von Gochiku Nakabayashi:

Die lange Nacht

das Geräusch des Wassers

sagt, was ich denke.

 

 

Werk 8

Das entscheidende ist … eine wirkliche Spur zu hinterlassen, eine

lebendige Mitteilung, die fesselt und überdauert, auch wenn die Werke  

verschwinden oder …

Asiatisches Sprichwort: Hebe deinen Blick und du siehst keine Grenzen.

 

 

Werk 9

Wenn ein Künstler sich dennoch eines Tages entschließt, sich auf einen Meister der

Vergangenheit zu beziehen, dann nur deshalb weil er in ihm einen Menschen 

gefunden hat, der sich in der gleichen elementaren Einsamkeit bewegte …

 

 

Werk 10

… die Entwicklung fast immer auf einen Kampf gegen den Zeitgeschmack 

 hinausläuft.

 

Diptychon:

 Werk 11

Wir sollen uns deshalb nicht wundern, wenn er (der Künstler) manchmal bestrebt 

scheint, sich völlig entblößt zu zeigen.

Werk 12

Das Wesentliche an der Kunst ist ihre Rolle als Triebfeder, als Trampolin,

das uns zur Erkenntnis verhilft.


Werk 13

Der Künstler muss sich ganz ins Unbekannte stürzen,

muss alle Vorurteile verwerfen …

 

 

Werk 14

                                                                 Nichts ist gering.

 

 

Werk 15

Der Künstler erreicht nur dann positive Resultate, wenn er an seiner

einsamen Forschungsaufgabe arbeitet.

 

 

rechts

Werk 16

Künstler als … wunderlicher Außenseiter.

 

 

Ein Foto von Tapeès Atelier inspirierte mich zu dieser Assemblage. Es vereint Elemente die mein Seelenverwandter verwendete mit meinen Merkmalen. Die box links am Ende der Assemblage ist meine Urne, in der ich einmal beigesetzt werden möchte.

Werk 17

… einzig und allein das tägliche Experiment und der Zustand ständiger Wachsamkeit bringen manchmal im völlig unerwarteten Augenblick das

Wunder zustande: und dann beginnt ein an und für sich stumpfes Material

mit einer Ausdruckskraft zu sprechen, die man kaum mit etwas anderem vergleichen kann.

Hinzufügen möchte ich noch ein Zitat von AT:

“ Der Wert eines Kunstwerks

ist allein an seinen Wirkungen zu messen. “

Die Wirkungen in dieser Ausstellung waren so verschieden wie die Menschen an sich. Besonders freute ich mich, dass insbesondere von Fachleuten aus der Kunstgeschichte positive Rückmeldungen kamen. 


Ich bitte die schlechte Darstellung hier zu entschuldigen, meine PC-Kenntnisse sind nicht gerade berauschend, ich verbringe meine restliche Lebenszeit lieber mit der Kunst.